Aktuelle

Informationen

 

In vielen Gesprächen werden wir gefragt, in welche Richtung sich die Prüftechnik unter dem Aspekt der Europäi­schen Normung entwickelt und welche Tendenzen sich ergeben. Das häufigste Thema hierbei ist die Umsetzung der Europäischen Normen bezüglich der dynamischen Prüftechnik. Obwohl die meisten Versuche definiert sind, bleibt eine gewisse Unsicherheit darüber, welche Versuche sich zukünftig durchsetzen oder sogar noch neu hinzukommen werden. In jedem Fall ist das Anforderungsprofil an dynamische Prüfmaschinen hierzu sehr um­fangreich. Unter diesem Aspekt ist heute der Kauf einer nur für wenige Versuche ausgelegten Prüfmaschine eine schlechte Investition. Daher haben wir bereits vor 5 Jahren unter Berücksichtigung der Europäischen Normung unser modulares Konzept für dynamische Universalprüfmaschinen der Baureihe Dynam-IT M realisiert. Heute können wir Ihnen auf Basis der vorliegenden praktischen Erfahrungen und zusätzlicher Kundenanforde­rungen die weiterentwickelte Ausführung Dynam-IT IM anbieten. Mehr hierzu auf den folgenden Seiten. Dort finden Sie auch Informationen zu folgenden Themen:

Asphalt-Labormischer GZM-30+ mit Messsystem zur Bestimmung der in das Mischgut eingebrachten Energie. Hierdurch können Fragen bezüglich der Temperaturabsenkung und der Verarbeitbarkeit von Walz- und Gussasphalt beurteilt werden

Walzsektor-Verdichtungsgerät mit austauschbaren Verdichtungsformen für Probengrößen bis zu L 700 x B 500 x H 305 mm, optional mit frei programmierbarer 2-Achsen Vibrationsverdichtung (Oszillationssimu­lation) und Messdatenerfassung zur Bestimmung des Verdichtungsverhaltens.

Spurbildungsgerät nach TP-A und EN 12697-22, jetzt mit 30% weniger Platzbedarf zum Aufstellen

Neue Entwicklungen zum Prüfverfahren nach Wehner/Schulze

Proctorgerät zur Verdichtung von Gemischen mit Programmsteuerung zur Ausführung des automatischen Mittenschlags nach EN 13286 – 2

Konzept zur Proben- und Messdatenerfassung im Laborbetrieb

 

 

Tendenzen in der Prüftechnik aus Sicht eines Prüfgeräteherstellers

 

An dieser Stelle wollen wir weder auf Prüfungen oder Normen eingehen noch diese in irgendeiner Form bewer­ten. Vielmehr wollen wir einfach nur ein paar Gedanken und Tendenzen aus unserer Sicht als Prüfgeräteher­stel­ler darstellen, die sich aus Kundengesprächen, der Entwicklungsarbeit für neue Prüfsysteme oder aber auch ein­fach aus der Analyse von Messwerten im Vergleich verschiedener Prüfgeräte ergeben:

Kosten: Die Prüftechnik ist in vielen Bereichen trotz oder vielleicht auch gerade wegen der schwachen Konjunk­tur durch geringere Stückzahlen und somit höheren Umlagekosten für die Entwicklung von neuen Prüfsystemen sehr viel teurer geworden. Aber auch neue Prüftechniken, insbesondere die dynamische Baustoffprüfung im Zu­sammenhang mit der Europäischen Normung erfordert erhebliche Investitionen (auch in entsprechende Mitar­beiter), die überhaupt nur durch wenige große Prüflabore aufgebracht werden können, was zu einer weiteren Konzentration mit immer wenigeren Prüflaboren mit kleineren Stückzahlen für Prüfsysteme und somit höheren umzulegenden Entwicklungskosten führt. Aber es gibt noch einen nicht nur unvermeidlichen sondern sogar anzustrebenden Grund, der die Prüftechnik verteuert. Um heute Kosten bei der Asphaltproduktion und im Straßenbau zu sparen, lohnen sich (z.B. unter dem Aspekt der Bitumen- und Energiekosten) auch „kleine“ Bau­stoffverbesserungen. Doch um diese im Laborversuch nachweisen zu können, werden größere und vor allem praxisadäquatere Proben als bisher benötigt, um die Streuung von Prüfergebnissen zu reduzieren. Beispiel­haft  sei (ein wenig übertrieben) ein 4-Punkt-Bie­gezugprisma im dynamischen Versuch betrachtet, bei dem in der Norm eine Probenbreite mit mindestens dem 3-fachen Größtkorndurchmesser gefordert wird. Man stelle sich vor, dass nur 2 von theoretisch 8 auf der Umfangslinie liegende Körner in der Bindung der Probe beim Sägen beschä­digt werden und schon sind etwa 25% Versuchsstreuung zu erwarten, sofern auftretende Biegespannung weit genug von den Festigkeitswerten entfernt sind, andernfalls kann es Bauteilversagen und somit bis zu 100% Ver­suchsstreuung geben. Die Konsequenz für alle statischen und dynamischen Versuche hieraus ist, die Proben­größe deutlich zu vergrößern. Was das aber bedeutet ist offensichtlich; nicht nur neue Prüfgeräte für grö­ßere Pro­ben sondern vor allem ein hoher logistischer Aufwand im Labor zur Handhabung entsprechender (schwerer) Pro­benmengen. Die Europäische Normung lässt zwar (noch) vergleichsweise kleine Proben zu, aber in der For­schung haben sich vergleichsweise große Proben bereits durchgesetzt.

Voraussetzungen für Proben im Labor: Ohne praxisadäquate Proben geht nichts mehr. Doch was heißt eigentlich praxisadäquat? Einfach ausgedrückt ist das eine im Labor hergestellte Probe, die in den verschiede­nen Laborprüfverfahren (Spurbildungstest, statische und dynamische Druck-, Zug-, Biegezug- und Spaltzug­prüfungen u.s.w.) zu gleichen Prüfergebnissen führt, wie diese sich bei einem aus der Straße entnommenen Probekörper mit unter praktischen Verarbeitungsbedingungen (hypothetisch fehlerfrei) hergestellten Proben­material ergeben wür­den. Bezogen auf die Asphaltprüftechnik bleibt hier zukünftig eigentlich nur ein Labor­probenherstellungsverfahren über. Nämlich das Walzsektorverdichtungsverfahren, bei dem unter kontrol­lierten Bedingungen (Verdichtungs­programmsteuerung), wie diese an dem Institut für Straßenwesen der TU Braunschweig unter Leitung des Universitätsprofessor Dr.-Ing. R. Leutner entwickelt und unter anderem im Forschungsvorhaben FE 07.186/1999/EGB eingesetzt wurden, Probenplatten hergestellt werden. Was nutzen andere diskutierte Ver­dichtungsverfahren (z.B. Gyrator) mit möglicherweise auch guten praxisadäquaten Eigen­schaften, wenn daraus nicht die erforderlichen Laborproben hergestellt werden können. Langfristig glauben wir daher auch, dass schlag­verdichtete Proben (Marshall-Probekörper) keine Bedeutung mehr in der Prüftechnik haben werden.

Zukünftig nur noch Universalprüfsysteme: Einzweckprüfmaschinen (z.B. Marshall- oder CBR-Prüfmaschi­nen) wie diese in der Vergangenheit üblich waren, gehören schon allein aus den heutigen technischen Möglichkeiten der Vergangenheit an. Kombinierte kraft- und weggeregelte Druck/Zug-Prüfmaschinen mit stufenlosen Präzisi­onsantrieben sind heute Standard. Theoretisch könnten heute mit zwei Prüfmaschinen (dynamische Universal­prüfmaschine und 3000 kN Druckprüfmaschine) aus unserem Lieferprogramm fast alle statischen und dynami­schen Festigkeitsprüfungen in der Asphalt-, Beton- und Bodenprüfung durchgeführt werden. Hierdurch kann der Gesamtkostenentwicklung für Prüfsysteme entgegengewirkt werden.

Laborlogistik zur Messdatenerfassung: In kaum einer Branche findet sich eine so heterogene Umgebung an Prüf- und Messsystemen mit den unterschiedlichsten Anforderungen an Handhabung, Workflow und Dokumenta­tion wie in der Baustoffprüfung. Zur Qualitätssicherung wünschen sich immer mehr Kunden eine lückenlose Datenerfassung, die aber den Laborbetrieb nicht behindern soll und von Laboranten am besten erst gar keine Computerkenntnisse oder nur geringe Grundkenntnisse fordert. Standard - Softwareprogramme für die Baustoff­prüfung können hier auch nicht helfen, da diese auf die Prüf- und Messsysteme in der Regel keinen Zugriff haben. Gesucht sind offene Hard- und Softwarekonzepte, ohne dass Abhängigkeiten für spezielle Systeme ent­stehen.

Lösungsansätze zu den Tendenzen: In den vergangenen Jahren haben wir in Zusammenarbeit mit Universitä­ten, Forschungseinrichtungen und Industriepartnern viel Entwicklungsarbeit zur Realisierung von prüftechnischen Voraussetzungen für zukünftige Anforderungen geleistet und können für aufgeführte Fragestellungen Lösungen und Konzepte anbieten. Einige hiervon stellen wir Ihnen auf folgenden Seiten vor.

 

 

Universalprüfmaschine Dynam-IT M und Dynam-IT IM zum Durchführen von dynamischen Ver­suchen nach den aktuellen Europäischen Normen für Asphalt bis 60 Hz Prüffrequenz

 

Wer sich zur Zeit mit der Frage auseinander setzt, welche Prüfmaschine er heute noch kaufen kann, bei der er sicher sein kann, zukünftig alle wichtigen Prüfverfahren nach den Euro-Normen (z.B. EN 12697-24/25/26) durch­führen zu können, steht vor einer schweren Entscheidung, die ein Kompromiss zwischen der Leistungsfähigkeit der Prüfmaschine und den Kosten hierfür darstellt, zumal zum Teil noch unklar ist, welche Versuche in den Re­gelwerken und Vertragsbedingungen zum Tragen kommen werden. In jedem Fall ist das Anforderungsprofil an dynamische Prüfmaschinen sehr umfangreich. Forderungen der Prüftechnik sind statische und dynamische Druck-, Zug-, Biegezug- und Triaxialprüfungen an Probekörpern mit Durchmessern bis 200 mm, Höhen bis 300 mm und Längen bis zu 600 mm bei typischen Prüflasten bis 20 kN, Prüffrequenzen bis 60 Hz und Temperaturen von (-40°C) -25°C bis + 65°C. Für die Forschung werden sogar dynamische Prüflasten bis 50 kN und dyna­mische Triaxialprüfzellen mit auch radial dynamischen Beanspruchungen benötigt. Auch hier ist zu erwarten, dass sich die Forschungsergebnisse in Zukunft in den Europäischen Normen wieder finden werden. Die dyna­mische Tri­axialprüfung ist bereits als Anhang A in EN 12697-25 aufgenommen. Darüber hinaus beschäftigen sich viele Prüflabore nicht nur mit der Asphaltprüftechnik, sondern müssen auch auf die Belange von Prüfungen im Bitu­men, Boden- und Zementbereich Rücksicht nehmen, was häufig mit der Anschaffung zusätzlicher Prüf­maschinen verbunden ist.

Daher haben wir bereits vor 4 Jahren unter Berücksichtigung der Europäischen Normung unser Modulares Kon­zept für dynamische Universalprüfmaschinen der Baureihe Dynam-IT M entwickelt. Mehrere Prüfmaschinen mit unterschiedlicher Ausstattung sind seitdem für die Forschung an die RWTH Aachen, TU Dresden, BAST und TU Braunschweig geliefert worden.

In die extragroße Temperaturkammer der Prüfmaschine können komplette Probeplatten aus dem Walzsektor-Verdichtungsgerät und zahlreiche Proben und Prüfeinrichtungen gemäß den Europäischen Normen eingebaut werden. Statische Prüfungen können kraft- und weggeregelt je nach Ausführung mit bis zu +/-200 kN Zug-/Druckkraft durchgeführt werden. Hierbei ist der extreme Vorschubgeschwindigkeitsbereich von 0,00005 mm/min. bis 100 mm/min. realisierbar, wie er zum Beispiel zur Prüfung von Asphalt bei tiefen Temperaturen, boden­mecha­nischen Versuchen oder Standard-Laborversuchen benötigt wird.

Dynamische Prüfungen können je nach Ausführung kraft- und weggeregelt bis +50/-70 kN Zug-/Druckkraft und bis 60 Hz Prüffrequenz durchgeführt werden. Die Integration in die Informations-Technologie (IT) wird durch den Einsatz von MS-Excel in Verbindung mit dem in unserem Haus entwickelten Messdatenerfassungskernel MEK zur Mess­wertaufnahme und Vorgabe von beliebigen Sollwertfunktionen ermöglicht, wobei bis zu

2000 Messdatensätze mit jeweils bis zu 30 Messkanälen pro Sekunde zeitsynchron erfasst wer­den können. Durch die Erwei­terbar­keit der im eigenen Haus entwi­ckelten Multiprozessor-Mess-, Steuer- und Regel­elektronik kann die Prüfma­schine auch für zukünftige Anforderun­gen aufge­rüstet werden. Für For­schungs­zwecke können zu­sätzliche Prüf- und Mess­ein­richtungen rea­lisiert wer­den. Bei entsprechen­der Vor­rüstung kann auch eine speziell aufge­baute Triaxialprüfzelle mit dynamischen Bean­spruchun­gen bis zu 10 Hz Si­nus mit definierten Pha­sen­ver­schiebun­gen zwischen der Axial­last (actio) und dem ebenfalls dyna­mi­schen seitli­chen Stützdruck (reac­tio) einge­setzt wer­den.

Heute können wir Ihnen auf Basis der vorliegenden praktischen Erfahrun­gen und zusätzlicher Kun­denanfor­de­rungen die weiterent­wickelte dynami­sche Universalprüfmaschine Dynam-IT IM anbieten. Die Besonderheit der neuen Aus­führung ist die komplette Integration aller Maschinenkompo­nenten (Prüf­ge­stell, Temperaturkam­mer, Spindelan­trieb und Hydraulikzy­linder, Kältean­lage, Hydraulik und Elektronik) in ei­nem Maschi­nenge­häuse und zwar für alle Aus­führungen bis hin zu 60 Hz Prüf­frequenz bei 50 kN Prüfkraft mit Spindelan­trieb bis 200 kN Prüfkraft und optional mit integrierter dynami­scher Triaxi­al-prüfzelle unter Beibe­hal­tung der Mo­dula­ren Ausstattung und späteren Nach­rüstbarkeit. Im Ergebnis wird so der Platzbedarf zum Aufstellen ge­gen­über der Ausfüh­rung Dynam-IT M je nach Ausstattung zwischen 15% bis 60% reduziert. Auch kann die Prüfma­schine hierdurch im fast betriebsfertigen Zu­stand aus­geliefert wer­den, so dass sich die Montagekosten niedrig halten las­sen.

Trotz der neuen Bauform wird die Bauform Dynam-IT M für spezielle An­forde­rungen weiterhin angeboten. Lediglich die Ausführung L mit der kleine­ren Temperatur­kam­mer haben wir aus dem Lie­ferprogramm  ge­nommen und bieten dieses auch nicht für die neue Bauform an, da diese nicht allen Anfor­derungen der Europäischen Normen gerecht wird.

 

Dynamische Universalprüfma­schine Dynam-IT M mit dynami­scher Triaxi­alprüfzelle

Dynamische Universalprüfma­schine Dynam-IT IM

 

 

Universalprüfmaschinen der Baureihen F-UDZP, F-UDP und F-UDP LC für Druck- und Druck- Zugprüfungen bis 200 kN Prüfkraft wahlweise in der Ausführung "High Precision"

 

Die Universalprüfmaschinen gibt es in drei Baureihen. Eine Standardaus­füh­rung mit Kraft- und Wegregelung für Druckprüfungen bis 50 kN, 100 kN oder 200 kN mit einem Vorschubgeschwindigkeitsbereich von 0,001 mm/ min. bis 60 mm/min. Der Prüftisch hat ca. 300 mm Durchmesser, auf dem Proben und oder Vorrichtungen bis zu ei­ner max. Höhe von ca. 385 mm eingebaut wer­den können. Die lichte Säulen­weite beträgt ca. 500 mm.

Die Kraftmessung und -regelung erfolgt über einen DMS-Kraftaufnehmer (Klasse I) und den Servomotorantrieb. Selbstverständlich verfügt die Prüf­maschine über eine Mikroprozessorsteuerung und eine Messdaten­erfas­sung direkt in MS-Excel. Die Baureihe F-UDP LC ist eine preiswerte Aus­führung mit etwas kleinerer lichter Säulen­weite (ca. 380 mm).

Die Baureihe F-UDZP verfügt über einen speziellen für Druck-/ Zug­prü­fung ausgelegten Spindelantrieb. Außerdem wurde die Antriebs­leis­tung für hö­here Vorschubge­schwindigkeiten ausgelegt, um vor allem bei den bei Zug­prüfun­gen übli­cherweise auftretenden Verformungen die Prüfpara­meter einhalten zu können. Zusätzlich verfügen die Prüfmaschi­nen über eine hydraulisch verstellbare Traverse, so dass Pro­ben-

Prüfvorrichtungseinbauhöhen von 0 bis ca. 800 mm stufenlos einge­stellt werden können und der Prüfhub des An­triebs ganz für die Prüfung zur Verfügung steht. Ent­sprechend lassen sich große Prüfeinrichtungen z.B. Triaxi­alprüf­zellen bis 300 mm Probenhöhe verwen­den. Für alle drei Baureihen ist die Ausführung „High Precision“ mit extrem großem Vorschubgeschwin­dig­keitsbe­reich von 0,00005 mm/min bis 60 mm/min (F-UDP) bzw. bis 100 mm/min (F-UDZP) verfügbar.

 

 

Temperaturabsenkung und Verarbeitbarkeit - Asphalt-Labormischer GZM-30+ mit Messsystem zur Be­stim­mung der in das Misch­gut ein­gebrach­ten Energie

 

Messsystem und Messdatenerfassung für den Asphalt-Labormi­scher GZM‑30+ zur Bestimmung der in das Mischgut einge­brachten Ener­gie jetzt serien­mäßig lieferbar. Bereits in 2001 wurde das Messsystem in un­serem Haus entwickelt und erst­malig in einem Forschungsprojekt (07/185 /1998/DGB des Bundesmi­nisteri­ums für Verkehr; Bau- und Wohnungswe­sen) an dem Institut für Stra­ßenwe­sen der TU Braun­schweig unter Leitung des Universitäts­professor Dr.-Ing. R. Leutner erfolgreich ein­gesetzt. Der Bericht steht als Heft 862/2003 der Reihe Forschung, Stra­ßenbau und Stra­ßen­verkehrs­tech­nik zur Verfügung.

Zwischenzeitlich wurden weitere Asphalt-Labormischer des Typs GZM‑30+ mit Messsystem gebaut und geliefert und sind jetzt in Deutsch­land, Frankreich und England im Einsatz. Durch Verwendung von me­chanisch kom­pa­tib­len Bauteilen lassen sich bisher gelieferte La­bormi­scher GZM-30+ und GZM-30 ab Baujahr 07/2000 (davor auf Anfrage) mit dem Messsystem nach­rüs­ten. Hierdurch und durch gleiche geometrische Verhältnisse ist be­reits die Basis für eine breite vergleich­bare Anwen­dung für den Einsatz in der  For­schung und dem Straßenbau­labor gege­ben.

 

 

Walzsektor-Verdichtungsgerät WSV-2008-KW-50/500 und WSV-2008-KW-50/700

 

Aufgrund der Europäischen Normung besteht eine große Nachfrage an praxisadäquaten walzsektorverdichteten Proben; z.B. Biegezugprismen bis 450 mm und 600 mm Länge, Spurbildungsprobenplatten für Prüfun­gen mit großem und besonders großem Rad oder auch Prüfzylinder bis Ø 150 mm mit 300 mm Probenhöhe, wobei hier aus Forschungsinte­resse Proben aus allen drei Probenplattenrichtungen hergestellt werden kön­nen.

Das Besondere an der neuen Bauform ist, dass verschieden große Ver­dichtungsformen für verschiedene Probengrößen bis zu L 700 x B 500 x H 305 mm in einem Gerät eingesetzt werden können. Optional sind eine frei programmierbare 2-Achsen Vibrationsverdichtung (Oszillationssimu­la­tion) und Messdatenerfas­sungssysteme zur Bestimmung des Verdich­tungsver­haltens verfügbar.

 

 

Spurbildungsgerät nach TP-A und EN 12697-22 - Jetzt 30% weniger Platzbedarf zum Aufstellen

 

Das Spurbildungsgerät SBG-LW-2x320x260 (DBGM) ist mit einem doppelwandi­gen und vollisolierten Gehäuse auf­gebaut und ermög­licht die Durchführung des Spurbildungstests an zwei Pro­ben im temperier­ten Luft- oder Wasserbad, ohne dass das Gerät hierzu umgerüstet werden muss. Durch die Austauschbarkeit der Belastungsgewichte und der Prüfräder (z.B. gegen Gummirä­der mit Stahlnabe) ist das Gerät universell für die ver­schie­denen bestehenden Nor­men und Prüfvor­schriften (TP A-StB Teil Spurbil­dungsversuch, EN 12697-22) sowie für Forschungszwe­cke einsetzbar.

Die Probenspannform ist so gestaltet, dass Walzsektorplat­ten direkt ein-gebaut oder klei­nere Platten und Bohrkerne eingegipst werden können.

Durch geschickte Umkonstruktion konnte der Platzbedarf zum Aufstel­len des Gerätes um 30% reduziert werden und die Handha­bung im Geräteinneren verbessert werden. Die Elektrik ist jetzt von vorn zu­gänglich, so dass das Gerät mit drei Geräteseiten an die Wand gestellt werden kann. Die Aufstellfüße wurden für eine angenehmere Arbeits­höhe verlängert und sind jetzt zum Transport abnehmbar.

Optional kön­nen Versuche nach einer programmierbaren Vortemperie­rungszeit automatisch gestartet wer­den. Dabei werden die Spurbildungsräder automatisch auf die Probe heruntergelassen und der Antrieb ein­geschal­tet. Nach Erreichen der vorgewählten Über­rollungszahl oder einer vorgewählten Spurrinnentiefe wird der An­trieb automatisch gestoppt und die Spurbildungsräder abgeho­ben.

 

Griffigkeitsprognose und Polier- und Griffigkeitsprü­fung nach Wehner/Schulze

 

Vor gerade einmal 4-5 Jahren hatte sich kaum noch jemand für das seit über 40 Jahren in der Forschung bewährte Weh­ner/Schulze-Verfahren inte­ressiert.

In 2001/2002 wurde dann von uns in enger Zusammenar­beit mit dem Fachgebiet Straßenbau der Technischen Universität Ber­lin unter Leitung des Univ.-Prof. Dr. sc. techn. ETH S. Huschek eine kosten­güns­tigere und ein­fach zu bedienende Prüfan­lage mit moder­ner Mess­daten­erfassung für den allgemei­nen Laboreinsatz nach dem Weh­ner/Schulze-Verfahren entwi­ckelt.

Nunmehr sind zahlreiche Prüfanlagen (neue Bau­form und alte For­schungs­prüfanlagenbauform) in verschie­denen europäischen Län­dern (Deutsch­land, Österreich, Holland, Frankreich und England) im Einsatz und viele Praxiserfahrungen wur­den bei den „Berliner Schu­lungstagen“ ausge­tauscht sowie Prü­fungsmo­dalitäten besprochen und formuliert. Aufgrund der Pra­xiserfahrungen wurden zahlreiche Details ver­bes­sert und bereits auch bei einigen bestehenden Anlagen nach­gerüstet sowie das Zubehörprogramm einschließlich einer vollau­tomatisch arbeitenden Strahlkabine zur Simula­tion der Entmörte­lung von As­phalt und Beton vervollständigt.

Bereits vor über 30 Jahren hatten wir eine Forschungsprüfanlage nach Wehner/Schulze an die Arsenal in Wien geliefert, die zwi­schenzeitlich von der TU Wien weiterbetrieben wurde. Im Februar dieses Jahres hat nun auch das Institut für Straßenbau und Straßenerhaltung unter Leitung des Institutsvorstands Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. R. Blab eine neue, zwischenzeitlich weiter verbesserte Prüfanlage nach Wehner/ Schulze mit nunmehr 20% weniger Platzbedarf zum Aufstellen erhalten.

Auch eine mobile Prüfanlage nach Wehner / Schulze konnte zwischen­zeitlich realisiert werden und steht dem Institut für Straßenwesen der RWTH-Aachen (isac) unter der Leitung des Lehr­stuhlinhabers Prof. Dr. Ing. habil. B. Steinauer für verglei­chende Untersuchungen direkt auf der Straße zur Verfü­gung. Alles in allem ist so in den letzten nicht nur vier sondern über vier­zig Jahren ein gutes Prüfverfahren zur Durchfüh­rung von Griffig­keitsprognosen und Polier- und Griffigkeitsprüfungen mit hoher Genauigkeit und universeller An­wend­barkeit für Asphalt, Beton und Mineralstoffen entstanden, das jetzt in Fachkreisen als Verfah­ren für die Euro-Norm besprochen wird.

Stationäre und mobile Prüfanlage nach Wehner /Schulze

 

 

Proctorgerät zur Verdichtung von Gemi­schen mit Programmsteuerung zur Aus­füh­rung des automati­schen Mitten­schlags nach EN 13286 – 2

 

Bereits schon seit zwei Jahren ist das neue Proctorverdichtungs­gerät ge­mäß der neuen EN 13286-2 verfügbar und bei ver­schiedenen Kunden im Einsatz. Das Beson­dere daran ist, dass für alle Proctor­formgrößen (Ø100 mm, Ø150 mm, und Ø250 mm) der gefor­derte Mit­tenschlag durch Ver­schie­ben der Proctorform wäh­rend des Ver­dichtungsvor­gangs ohne Unter­brechung au­toma­tisch durchge­führt wird. Die ent­spre­chende Schlagfolge kann an der Pro­grammsteue­rung einge­stellt werden. Der Vor­wahl­zähler schaltet den Ver­dich­tungsvor­gang nach der eingestellten Schlaganzahl ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzept zur Proben- und Messdatenerfassung im Laborbetrieb

 

Um es vorwegzunehmen, ein umfassendes Konzept für alle Fragen zur Proben- und Messdatenerfassung kön­nen wir Ihnen auch nicht bieten. Aber wir denken schon, dass nachfolgendes Konzept eine gute Hilfe im täg­lichen Laborbetrieb sein kann, um den Qualitätssicherungsstandard zu verbessern.

Das Problem, das trotz guter Organisation im Labor besteht, ist es stets alle Messdaten zu erfassen und im Nachhinein allen Proben zuzuordnen, um dann die entsprechenden Auswertungen und Protokolle zu erstel­len. Ein Labortagebuch, in dem alle ankommenden Proben erfasst werden ist üblich. Wie sieht es aber mit einem Prüfmaschinentagebuch oder einem Waagentagebuch aus, in dem alle durchgeführten Messungen erfasst wer­den. Wäre es nicht eine Hilfe, wenn sich Universalprüfsysteme sozusagen auf  Knopfdruck selbst für eine anste­hende Prüfaufgabe weitestgehend konfigurieren könnten, um Routinefehler zu vermeiden. Proben durchlaufen eine Vielzahl verschiedener Prüfstationen im Labor. Wäre es da nicht gut, wenn alle Daten einer Probe zumin­dest automatisch sortiert werden könnten, um diese schnell wieder zu finden?

Die Idee zu unserem Konzept ist es, jeder Laborprobe einen (wieder verwendbaren) Mobilen Daten-Träger (MDT) zuzuordnen, der beim Probeneingang zusammen mit dem Labortagebucheintrag mit allen Proben- und Kunden­daten über ein Interface beschrieben wird. Für Proben, die später noch im Labor geteilt werden, müssen entspre­chend viele MDTs angefertigt werden. Bei einem MDT handelt es sich um einen etwa 2 cm großen in hitzebe­ständigem Kunststoff eingeschweißten Chip, der berührungslos beschrieben und gelesen werden kann. Außen auf den MDT wird ein entsprechender Aufkleber mit der Probennummer angebracht.

Nun verbleibt der MDT während des gesamten Prüfungsablaufs im Labor bei der Probe und wird an jedem Gerät mit digitaler Messdatenausgabe an ein Interface zur automatischen berührungslosen Probenidentifi­zierung gehalten, so dass nachfolgende Messwerte automatisch mit der entsprechenden Probennummer einem Ver­zeichnis zum jeweiligen Gerät und zur jeweiligen Versuchsreihe im PC-Netzwerk zugeordnet werden.

Bei einer einfachen Serie von Marshallprüfungen mit einer Universalprüfmaschine könnte das so aussehen.  Zu­nächst wird über das Display der Prüfmaschine eine Prüfvorlage von einem zugeordneten Verzeichnis  im PC-Netzwerk ausgewählt, in der alle Prüfmaschineneinstellungen und Sollwertfunktionen für den Test pas­send zur Prüfmaschine hinterlegt sind. Durch Drücken der Taste „Neue Versuchsreihe“ wird automatisch ein neues Ver­zeichnis im PC-Netzwerk angelegt, in dem die nachfolgenden Versuche gespeichert werden. Vor jedem Ver­suchsstart wird der Prüfmaschine mit dem MDT (oder auch über das Display) die Probenbezeich­nung mitgeteilt. Durch Starten der Prüfung wird dann automatisch eine entsprechende Versuchsdatei ange­legt, deren Dateiname unter anderem die Probennummer, Kundennummer, Datum, Uhrzeit und eine lau­fende geräteabhängige Prü­fungsnummer enthält, so dass später über Standard-Suchfunktionen des Explo­rers Dateien wieder gefunden werden können. Nach Abschluss einer Versuchsreihe kann an der Prüfma­schine die Taste „Drucken“ gedrückt werden, um zur Kontrolle ein Protokoll auf einem zugeordneten Drucker im PC-Netzwerk auszudrucken.

Ist Ihnen etwas aufgefallen? Der Laborant hat über die Prüfmaschine die ganze Zeit mit MS-Excel ge­arbeitet und brauchte dennoch nicht am Computer arbeiten und hat mit wenigen Tastendrücken eine vollständige Datenaufzeichnung einschließlich Auswertung erhal­ten. Jetzt stelle man sich vor, es handelt sich nicht um einen einfachen Mars­hall-Test sondern um eine dyna­mi­sche Prüfung, bei der viele prüfungsabhängige Pa­ra­meter ein­schließlich komple­xer Sollwertfunktionen automatisch  in die Prüfma­schine geladen werden könnten. Aber auch wenn der Laborant ohne MDT und ohne Angabe von Proben­nummern Prüfungen an einer Prüf­maschine durch­führt, so kann durch den Messda­tenerfas­sungskernel MEK eine automatische Mess­datenerfassung den ganzen Tag im „Hintergrund“ mitlaufen und alle Versuche proto­kollieren.

Wenn eine Probe alle Prüfungen im Labor durchlaufen hat, so können dann über eigene ange­passte Excel­da­teien zur Versuchsauswertung die Messergebnisse für eine Probe oder auch für eine ganze Versuchs­reihe au­tomatisch zusammenge­fasst werden und ggf. durch Makros an eine beste­hende Labordatenverarbei­tungs­soft­ware oder eine Datenbank übergeben wer­den oder aber auch ein­fach mit Excel fertig bearbeitet wer­den.

 

 

Abbildung: Konzept zur Proben- und Messdatenerfassung im Laborbetrieb